KLEIN IST DIE WELT ist die zweite Trikont-Platte von Banda Comunale (aka Banda Internationale). Alles, was es dazu zu sagen gibt, erklärt hier Banda Comunale persönlich:
„Das musikalische Bestreben der Banda Comunale bzw. Internationale war es in den letzten Jahren, einen kulturellen Gegenpol in einer von rechtspopulistischen, fremdenfeindlichen und europaskeptischen Tendenzen dominierten gesellschaftlichen Stimmung darzustellen. Die Konsequenzen aus der Corona-Pandemie trafen uns als eine seit 2001 existierende interkulturelle, politisch und sozio-kulturell agierende, öffentlich sichtbare Band auf dem Höhepunkt dieses Engagements.
Unser zentrales Brecht-Programm mit Bernadette la Hengst zu Flucht und Vertreibung an der Volksbühne und im Kampnagel im April und Mai 2020 konnte nicht stattfinden sowie rund 50 weitere Auftritte im In- und Ausland. Ein Schicksal, das wir mit Millionen Musiker*innen weltweit teilen. Wir gehen zuerst und kommen zuletzt, wie es in „Systemrelevant“ heißt. Auftritte der ganzen Band vor großem Publikum wird es mittelfristig vermutlich nicht geben. Deshalb haben wir die Zeit genutzt, um die vergangenen Jahre, Begegnungen, Freundschaften, Inspirationen und Erfahrungen zu verarbeiten und in einem Album zu dokumentieren.

Auch hier, auf diesem Album, wollen wir den globalen Gedanken, das grenzenlose Europa, zwischenmenschliche Solidarität und Verbundenheit in Zeiten von Kontaktbeschränkungen, wachsendem Nationalismus und Verschwörungstheorien weiterhin leben, hörbar machen und die Systemrelevanz einer schrankenlos vernetzen Kultur unter Beweis stellen.
Viel Vergnügen! Banda Comunale aka Banda Internationale“
Die Gäste auf dem Album:
* Marcel Beyer * BANTU & NIX * Ezé Wendtoin * Annamateur * Yuriy Gurzhy * Max Czollek * MBP & Magma * Hungry March Band * Gisela Björn * Bernadette La Hengst * Rene Bornstein * Kübra Gümüsay * Al Hasan Al Nour * Karolina Trybała & Hannes Lingens * Craig Judelman * Carolin Emcke * Kinan Azmeh & Dima Orsho * Johannes Schleiermacher & René Bornstein * Ezé Wendtoin & Warc-En-Ciel-Soundsystem * Heike Geißler *
Illustrationen & Covergestaltung: Henning Wagenbreth
Wenn man eines vorweg nehmen darf: „Klein ist die Welt“, so der Titel des bei Trikont erscheinenden Albums, ist ein Megabrett geworden. Einen Meilenstein hat sich das Ensemble selbst zum 20. Geburtstag hingestellt. Es ist ein Ritt – stilistisch, inhaltlich – durch die Historie und Gedankenwelt der Kapelle, die nun auch wieder zu ihrem alten Namen zurückkehrt: Banda Comunale.
Was mit einem getragenen blechblasunterlegtem Spoke-Word-Intro „Runterkurbeln“ von Marcel Beyer beginnt, fällt in den Afrobeat-Knaller „Too Blind“ featuring Bantu & Nix, kickt sich in das balkanelektronische „Rambazamba“, an dem der langjährige Mitstreiter Ezé Wendtoin mitwirkt, der kurz vor dem Albumende mit „Bang Boin“ die Kultur seiner Heimat Burkina Faso abfeiert. Ein Highlight unter vielen Höhepunkten ist dann „Arbeitsamt“ mit Anna Mateur am Mikrofon. Zu Orientalisch anmutenden Melodiebögen dekliniert sie in einer fassungslosen Textdichte – halb gesungen, halb gerappt – das Geschehen auf der titelgebenden Behörde durch. Ein unglaubliches Stück. Gut, dass Rotfronts Yuriy Ghurzy gleich danach zur entspannten „Bubble Cumbia“ einlädt.
Und immer wieder sehr gute, bewegende Wortbeiträge – von Max Czollek, Kübra Gümüşay, Carolin Emcke, Heike Geißler. Die Songs wiederum sind geprägt vor allem von Osteuropa, Afrika und Asien, meist gesungen, einige instrumental. Die Vielfalt ist so groß wie die der Gäste, aber doch wird es nie beliebig, sondern hört sich an wie aus einem Guss. So sind MBP & Magma dabei, Gisela Björn, die Hungry March Band aus Brooklyn, René Bornstein, Craig Judelman, Hasan Al Nour oder auch Bernadette la Hengst, die schon einiges mit der Banda veranstaltet hat.
Uwe Stuhrberg
„Act local, sound global! „Klein ist die Welt“ schallt vom Mikrokosmos des erweiterten Band-Kollektivs, die sich jetzt wieder in Banda Comunale umbenannt haben, über die Grenzen hinaus in die weite Welt: Von Berlin über New York, Lagos, Senegal, Damaskus bis Ougadougou und wieder zurück nach Dresden! Und wie das ganze klingt? Groß!“
Bernadette La Hengst
