Daniel Johnston – Why me?

Die Live-Platte von seinem sagenumwobenen Auftritt in der Berliner Volksbühne ist sicher die straighteste und verständlichste, die er je gemacht hat. Selbst in den Momenten, wo die Stimme mal versagt, die Gitarren- oder Klavierbegleitung aus dem Takt gerät, bleibt der Song immer intakt. Mit allen Fasern seines Körpers und seiner Struktur drängt er zum nächsten formerhaltenden Akkord. Zwanzig absolut zwingende, fast schon professionell rührende Lieder auf dieser Platte, die durchgearbeitet und in einem guten Sinne konventionell, ja kalkuliert sind, die er selbst geschrieben hat, hat er an diesem Sommerabend in der Volksbühne inmitten des Kosovo-Krieges aufgeführt…

Spex – Diedrich Diederichsen

Einen ganzen Abend lang teilzuhaben an diesen gesammelten Downheiten hat etwas ebenso Peinigendes wie Erhebendes. Dabeigewesene berichten von einem durchdringenden Gefühl, etwas Indiskretes zu tun. taz-Autor Detlef Kuhlbrodt, der die Liner-Notes für Why me? schrieb, fühlte sich an einen jener pophistorischen Momente erinnert, die man sonst “grundsätzlich verpasst wie Woodstock”…

Die Zeit – Thomas Gross