Sigurd Kämpft – Da Elefant is fertig / Pfui, Pfui

Sigurd Kämpft Da Elefant is fertigSigurd Kämpft – Da Elefant is fertig / Pfui, Pfui

Trikont US-0419
Doppel-CD mit zwei Booklets im Digifile
CD 1: da Elefant is fertig (Orginalproduktion 1981)
CD 2: Pfui Pfui (Orginalproduktion 1983)
Digital Remastered ReRelease + Bonus-Tracks

Anfang der 80ger erwacht die Provinz endgültig. Auch das Zentralorgan der Münchner Szene “Das Blatt” schickt seine Leser aufs Land zu den angesagtesten Konzerten seiner Zeit, raus in den Hirschwirt z’Erding, wo sich die Topacts des internationalen Underground die Klinke in die Hand geben. Daneben in einer zum Studio umgebauten Garage basteln zur gleichen Zeit 5 Erdinger an einem Sound irgendwo zwischen Punk und Rock und versehen das Ganze mit oberbayrischen Texten gegen Heuchelei und Sauerei und für eine Idee vom ganz dem anderen Leben. Die Prvovinz mandelt sich auf, man kann kaum mehr gehen vor Vitalität und so müssen kraftstrotzende Helden herhalten als Bandname. Die Band nennt sich “Sigurd Kämpft” und schickt ihren Sänger Max Hupfer zum Nahkampf mit dem Publikum an die Bühnenfront. Die Konzerte der korngefütterten Landboten sind Kraftakte voll Spontanität und herzzerreissender Hingabe.
Mit Verschrobenheit formulierend und den Wortwitz zelebrierend finden die 5 Kleinstädter auch schnell ihre Anhänger in den Medien. Georg Kostia möchte sie als Hausband für seine monatliche Lifesendung “Rockhouse” engagieren, doch die Truppe ist letztlich zu ruppig, zu kantig, zu derb und unberechenbar fürs Öffentlichrechtliche. Was dem einen zuviel ist Trikont gerade recht. So kommt es denn zur ersten Plattenproduktion 1981. “Da Elefant is fertig” heißt die LP und sorgt mit ihrer musikalischen und textlichen Eigenart für allerhand Aufmerksamkeit in Presse und Rundfunk. Es folgt eine zunehmende Popularität auch über den Bayrischen Sprachraum hinaus. Man gerät trotz Anarchoimage öfters ins Fernsehen und wird sogar vom Bayerischen Rundfunk zu einem internationalen Festival nach Dänemark geschickt. Im Februar 1983 erscheint die 2. LP: Pfui, Pfui. Symbolhaft für den nun nicht mehr zu bremsenden Karriere-Durchstart wählt man Deutschlands höchsten Gipfel, die Zugspitze, für die Plattenpräsentation. Eine bayerische Brotzeit für die Journalisten und japanische Schriftzeichen mit dem Inhalt: “Bayern lasst euch nicht verarschen”, lassen das Beste erhoffen. Jetzt fast 30 Jahre danach kommen die beiden Platten aufgebrezelt und mit 4 Bonusstücken versehen als Doppel-CD auf den so gebeutelten Musikmarkt.