Chuck Perkins – A Lovesong For Nola

Chuck Perkins - A Lovesong For Nola

CHUCK PERKINS “A Lovesong For Nola”
TRIKONT US-0424
Herausgeber: Jonathan Fischer

»Chuck Perkins ist so etwas wie ein moderner und geliebter Poet Laureate von  New Orleans. Seine Poetry ist ein Wunder aus Sprache und Rhythmus kombiniert mit einem bösen Innenblick und manchmal in atemberaubender Schnelligkeit. Bring Chuck`s Worte mit der Musik zusammen und du hast einen weiteren Abend aus Identitäts-Erneuerung und Wiederherstellung der Lebenszuversicht mit einem einfachen bacchanalisch-wilden Vergnügen der Superklasse.«
Creative Affairs for Seven Art Pictures / New Orleans

»This dead end shanty. Built on this burnt ash of tragedy. Where young hormones build for their tomorrow. Without considering a second beyond their today. Everybody swears in this town. And everybody sings the blues.«
Chuck Perkins „Everybody Swears“

Chuck Perkins Sprechgesänge transportieren den Funk von Jazz Funerals,  kreolischer Küche,  Mardi Gras Indian Chants, anarchischen Second Line Tänzen und Voodoo-Zeremonien. Sie fließen über mit einer Leidenschaft, die sich selbst von Gewalt, Armut, Drogenmorden und korrupter Polizei nicht unterkriegen lässt. New Orleans ist ein Ort an dem eine uralte afrikanisch-kreolische Geschichte des Widerstands weitergeschrieben wird – in den lebensbejahenden Rhythmen der jungen Brassbands wie den todesverachtenden Versen seiner Bounce Rapper.
Niemand vermag die Energie dieser Stadt, ihre widerstrebenden Impulse so kraftvoll in Verse zu bündeln wie der Mann, dem die New Orleans’ Times attestierte, er „rezitiere Poesie wie ein Preisboxer“: „Immer auf der Suche nach einer Schnellfeuer-Kombination. Immer auf einen K.O-Schlag aus“.
Wenn Chuck Perkins über New Orleans spricht, dann spricht er über den Überlebenswillen seiner Bewohner in der Vergangenheit und Gegenwart, über die tägliche Neuinszenierung der eigenen Identität,  über eine Vitalität, die den sinnlichen Kern aller schwarzen Kultur Amerikas bildet. New Orleans hat den Blues. Und der Poet erweckt ihn in seinen mal wütenden, mal zärtlichen und immer kraftvollen Sprechgesängen zum Leben.
Perkins Verse greifen die Erregung der sonntäglichen Sklaven-Tänze auf dem Congo Square auf, swingen mit dem aus der Gosse kommenden Jazz, erinnern an die Versprechungen der Bürgerrechtsbewegung und beweisen, dass nicht einmal eine Katastrophe wie der Hurrikan Katrina den Geist dieser Stadt brechen kann..
Genregrenzen haben in New Orleans noch nie etwas bedeutet. Was zählt, ist vielmehr der Geist der gemeinsamen Improvisation, die kollektive Energie, die Chuck Perkins Sprechgesänge weit über die Folklore des Mississippi-Hafens hinausträgt.
Entsprechend unkonventionell liest sich die Besetzung seines zwischen 2008 und 2011 aufgenommenen Albums „Love Song To New Orleans“: Dabei sind unter anderem die Trompeter Tom Sawyer sowie Kenneth Terry von der Treme Brass Band, Red Morgan, der Saxophonist von Eddie Bo, Wyntons jüngerer Bruder Jason Marsalis am Schlagzeug, Professor Longhairs einstiger Congaspieler Uganda Roberts, Gitarrist Detroit Brooks, Dave Torkanowsky am Piano, Luther Gray an der Jimbe, sowie der Bounce Rapper Mike Measy und die Mardi Gras Indians „Wildman“ Ivory Holmes, „Big Chief“ Kentrell Watson und „Flag Boy“ Kenneth Bruce.

„Chuck Perkins Werk“, hat es seine Künstler-Kollegin Susan Hoffman einmal auf den Punkt gebracht, „bewegt sich in einem zeitlichen Kontinuum auf einer so tiefen Ebene der lokalen Psyche, dass der Hörer fühlt, dass die Geschichte von New Orleans nur ein einziger langer, von Kampf, Musik, Schönheit, Not und Zusammenhalt geprägter Tag gewesen ist“.
Jonathan Fischer

CHUCK PERKINS Live “We Don’t Fear the Water”

CHUCK PERKINS Live “Lil Liza Jane”

CHUCK PERKINS Live “I Like Ya Flow”

PRESSESTIMMEN:

Sandra Zistl – Focus Online
Mit dem „Lovesong For Nola“ stellt Chuck Perkins den groovenden Süden der USA vor. Das Album ist zugleich zärtliches Portrait und wütende Anklage. Und vor allem: besessen vom Beat.

Der Mann ist ein Selfmade-Man, inkorporiert den amerikanischen Traum. Er wuchs in New Orleans in einfachen Verhältnissen auf, ging nach der Highschool zu den Marines. Während eines mehrmonatigen Einsatzes auf See bekam Chuck Perkins das Buch „From Slavery to Freedom“ von John Hope Franklin in die Finger und nahm Englisch-Unterricht bei einem ehemaligen Professor der San Diego State University. Der Professor küsste ihn wach: Nach seiner Entlassung begann Perkins ein Wirtschaftsstudium. So kehrte er erst nach Umwegen durch andere Teile Amerikas in seine Heimatstadt zurück und sah diese mit neuen Augen. Er wusste sofort: Ihre Geschichten müssen erzählt werden… WEITERLESEN

 

 

 

Glitterhouse – März 2012

Wer auch nur einen Funken Leidenschaft für den Sound der Stadt New Orleans verspürt, ist hier richtig. Chuck Perkins ist ein Poet und Spoken Word-Artist, der mit seiner Performance gleich etliche Dekaden New Orleans-Kultur vereinigt. Von Louis Armstrong und Fats Domino über Dr. John bis zu den Meters und Neville Brothers, von Jazz bis Funk, mit Cajun-, Mardi Gras und kreolischen Voodoo-Ingredienzien – und dank der sonoren Stimme und den sozialkritischen Messages auch eine gute Dosis Chuck D. von Public Enemy. Wer es konkreter will: Chuck Perkins klingt wie eine sehr coole und zeitgemäße Mischung aus Gil Scott-Heron und Last Poets, aber eben Southern Style. Er umgibt sich mit einer edlen Riege einheimischer Musiker wie Trompeter Tom Sawyer von der Treme Brass Band, Red Morgan, Saxophonist von Eddie Bo, Wyntons jüngerer Bruder Jason Marsalis am Schlagzeug, Professor Longhairs Congaspieler Uganda Roberts, dazu auch zwei der legendären Mardi Gras Indians. Second Line-Funk trifft hier auf Jazz-Traditionalismen und über all dem feuert Perkins seine Poetry mit der Wucht eines Preisboxers ab, wie die Lokalpresse ganz treffend beschrieb. Auf Trikont und mit ausführlichem Booklet.

Joe Whirlypop

 

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