Klezmer SHTEYGERS – Neue Klezmermusik
Musik von innovativen Gruppen wie den “Klezmatics”, dem “New Klezmer Trio”, sowie Ausflüge eines Don Byron, Brandford Marsalis und Elliot Sharp in die yiddishkayt. Eine mögliche Weiterentwicklung dieser traditionellen Hochzeits- und Festmusik läßt sich ahnen. “Ich wollte keine Museumsmusik mehr spielen… So habe ich mit Klezmer experimentiert, ohne mir Sorgen zu machen, ob es, authentisch ist.”
Ben Goldberg
Musik von innovativen Gruppen wie den “Klezmatics”, dem “New Klezmer Trio”, sowie Ausflüge eines Don Byron, Brandford Marsalis und Elliot Sharp in die yiddishkayt. Eine mögliche Weiterentwicklung dieser traditionellen Hochzeits- und Festmusik läßt sich ahnen. “Ich wollte keine Museumsmusik mehr spielen… So habe ich mit Klezmer experimentiert, ohne mir Sorgen zu machen, ob es, authentisch ist.”
Nennen wir gleich die Extreme: Don Byron, Elliot Sharp und Branford Marsalis kupferten den Stoff der Hochzeitler auf ihre Art. Fast schon wissenschaftlich gehen die fetten Booklets zu den Scheiben an die Materie dieser schönen Tanzmusik.
Aktualisiere...
Hier kommt eine Ahnung auf dem Reichtum der jüdischen Kultur der Zeit vor Hitler.. Nicht zuletzt fällt auf, welch musikalische und textliches Niveau Unterhaltungsmusik damals hatte, verglichen mit dem Entertainmentschrott, der heute auf den Markt geworfen wird. Auch deshalb sind diese CDs mehr als nostalgisch-betroffene Erinnerungskultur, sondern ein sinnlicher und intellektueller Genuß. Der Kauf lohnt sich.
Ein wesentliches Merkmal der auf Pop abonnierten Musikindustrie besteht darin, Altes monatlich unter einem Geröll von Neuerscheinungen zu vergraben und damit zu suggerieren, es sei nicht mehr up-to-date. Was sich nicht als Oldie und Evergreen durchzusetzen vermag und einen ständigen Neuaufguß erfährt, bleibt da für lange Zeit, oft für alle Zeit verschüttet. Um so verdienstvoller ist die aufwendige CD-Edition “Populäre jüdische Künstler” bei Trikont, die mit 78 Nummern einen repräsentativen Überblick über die jüdische Unterhaltungsmusik in Deutschland bis zur Machtergreifung der Nazis bietet. “Diese CDs”, schreibt das Label in seinem Beiheft, “sind ein Denkmal für das Schaffen und Wirken der jüdischen Künstlerinnen und Künstler.” Als solches vermittelt die Edition einen Eindruck von dem, was auf ihr selbstredend fehlt: die kulturelle Wüste, die in Deutschland auch im Bereich der populären Musik sich breitmachte, als die hier vertretenen Künstler emigrieren mußten oder ermordet wurden.
Shtetl Superstars