sound & image über die neue Platte von Bernadette La Hengst

Was vermutlich niemand (auch sie nicht) gerne hört, was aber in diesem Zusammenhang zum besseren Verständnis des Folgenden beiträgt, ist die Tatsache, dass Bernadette La Hengst inzwischen so langsam (anno 2015) auf die Fuffzich zugeht. Einher mit dieser Feststellung geht allerdings (auch bei ihr) ein wohl niemals endender Reifungsprozess, der einen – oft zumindest – attraktiver, schlauer und abgeklärter werden lässt. Ihre neue CD ist dafür ein wunderbarer Beleg. Einmal Künstler, immer Künstler. Wer einmal Songs wie „Der beste Augenblick in Deinem Leben” fabriziert hat und auch sonst ein kommunikationsorientiertes Kind geblieben ist, sprich sich engagiert in alles reinhängt, was schief hängt, der zieht sich nicht plötzlich in die heimische Puppenstube zurück, sondern produziert immer neue Kunst, auch wenn der Folgeschritt (nämlich das Erstellen eines Tonträgers) heute nur noch über Crowdfunding klappt. So kommt man also wieder in den Genuss einer neuen CD von Bernadette. Gewohnt schnippisch im Text und leicht 60ies-mäßig angehaucht mit breit gefächerten Songmaterial. BLH hat eine Mission, die es rüberzubringen gilt. Im Bandformat, mit einigen Studiogästen, ihrer Tochter und gar einer ganzen Chinesengang aus Shenzhen. Fazit: Bernadette La Hengst hat mal wieder die Welt gerettet. Mit einem Dutzend Pop-Songs, die zwischen persönlichen Statements, romantischer Leidenschaft und politischer Korrektness alles kommentieren, was in der heutigen Gesellschaft relevant ist. Klarer Fall von Intelligenzpop.